"Breaking Stones" - mehr als empfehlenswert

Und noch ein Buch über die Rolling Stones, möchte man stöhnen – und ist mehr als angenehm überrascht, wenn man „Breaking Stones (1963 – 1965: eine Band auf der Schwelle zum Weltruhm)“ in der Hand hält: ein wertiges Werk, harter Einband mit Reliefcover, Großformat, über 240 Seiten. Und vor allem: Hunderte von Bildern, die Terry O'Neill und Gered Mankowitz, zwei Meister ihres Metiers, in den frühen Stones-Tagen geschossen haben.
Beide Fotografen waren dabei, als die Welt der Jugend, befeuert durch die Musik der Beatles und der Rolling Stones, eine andere wurde. O'Neill hatte beide Gruppen schon 1963 vor der Linse und hat danach sechs Jahrzehnte lang von Präsidenten bis Popstars nahezu alle Berühmtheiten dieser Welt fotografiert. 1965 begann die Zusammenarbeit von Gered Mankowitz – von ihm stammt schon die brillante Box mit zwei dicken Schinken mit dem Titel „Out Of Our Heads“ (2005) - mit den Stones, die er auf Amerika-Tourneen begleitete und für die er einige Fotos für Plattencover lieferte. Die Arbeiten der beiden Fotografen werden in „Breaking Stones“ in brillanter Weise zusammengeführt, wobei wieder einmal deutlich wird, welch überdurchschnittliche Aussagekraft Schwarz-Weiß-Aufnahmen in der heutigen, von Farben überfluteten Zeit haben. Unter den wenigen Farbbilder sind unter anderem einige Reproduktionen von Konzertpostern, die zeigen, wie die Stones einst angefangen haben: Mit gemeinsamen Auftritten an der Seite von Künstlern wie Don Spencer, Mike Sarne und Billy Boyle, die heute niemand mehr kennt. Die Texte – meistens Zitate der Musiker oder der beiden Fotografen - sind in der Regel kurz gehalten, weil zu den Stones schon längst alles gesagt ist. Aber eben längst nicht alle Bilder gezeigt sind und schon gar nicht in dieser komprimierten Form: Charlie Watts beim Pinkeln, die Band in Fort Worth, als sie aus Sicherheitsgründen in einem Geldtransporter zur Bühne gebracht wird, Keith Richards beim Rasieren, Mick Jagger mit Haarnetz.
Wer eine Zeitreise in die frühen Tage der größten Rock'n'Roll-Band der Welt unternehmen, sich über die für die Eltern jener Tage fürchterlich langen Haare und die brave Mode amüsieren möchte, macht mit diesem Bildband aus dem Emons Verlag keinen Fehler – im Gegenteil: Das Werk ist mehr als empfehlenswert!

Breaking Stones
1963 – 1965
Eine Band auf der Schwelle zum Weltruhm
Fotografien von Terry O'Neill & Gered Mankowitz
ISBN: 9-783954-519033

Und hier gibt es ein Interview mit Terry O'Neill